Die Geschichte des Hüttenbau

Durch die Initiative der Vereinsleitung wurden in den Jahren 1960/61 unter dem damaligen Obmann Walter Rothmund und dem oben abgebildetem Ausschuss konkrete Beschlüsse gefasst, den Bau einer Schihütte zu beginnen. Der Ausschuss bestand zu dieser Zeit aus echten Idealisten, die sich ein großes Ziel gesetzt hatten. Der Verein zählte damals 230 Mitglieder und verfügte nur über bescheidene Ersparnisse aus den Schikursen in Furx. Der Schiklub hatte zu dieser Zeit schon einen  Bauplatz in Furx. Bei der Wahl des Platzes erhielt Gapfohl durch seine Schneesicherheit (1600 m) und sein herrliches Schigebiet mit Nob und Falben den Vorrang vor Furx. Somit musste der Baugrund wieder zurück gegeben werden, da in Furx nicht gebaut wurde. Von der Gemeinde Laterns wurden 1000 m² Boden gekauft.

Im Herbst 1961 begannen wir mit dem Wegausbau. Dipl.Ing.Arch. Norbert Ender machte den Entwurf und den Bauplan. Im Juli 1962 begann der Aushub. Gearbeitet wurde fast ausschließlich an Samstagen und Sonntagen. Die Baumaterialien konnten nur mit einem Unimog transportiert werden.  In der ersten Bauzeit wurde ein Unimog mit Fahrer verpflichtet, was aber über die ganze Zeit unmöglich gewesen wäre. Der Vereinssauschuss beschloss dann den Kauf eines gebrauchten Unimog, welcher zu jeder Zeit zur Verfügung stand. Fahrer und Mechaniker kamen aus den Reihen unseres Klubs. Die Fahrt zum Bauplatz war oft nur mit Ketten (auch im Sommer!) möglich, da ein großes Sumpfgebiet durchfahren werden musste. Im Jahr 1962 konnte das Kellergeschoss fertig gestellt werden. Eine Quelle wurde ebenfalls gefasst. Im nächsten Jahr begann die Bausaison mit der Holzschlägerung und den Zimmereiarbeiten. Das Bauholz wurde von der Bürgergemeinschaft Rankweil (Heute: Agrargemeinschaft Rankweil) zur Verfügung gestellt. Als richtiger Entschluss des Bauausschusses ist zu werten, dass der Bau in Riegelwerk ausgeführt wurde. Die Zimmereiarbeiten konnten in Rankweil an den Abenden bei der Zimmerei Hubert Brunner vorbereitet werden. Im Innenausbau erwies sich die Holzbauweise ebenfalls als sehr vorteilhaft. Auch wärmetechnisch ist der Holzbau, wenn nur am Wochenende geheizt wird, einer massiven Bauweise vorzuziehen. Ende August 1963 fand das Richtfest statt. Viele Arbeiten wie Blechdach, Außenschalung, Kläranlage und Wasserstube konnten noch im selben Jahr erledigt werden. Im dritten Baujahr wurde eine Warmluftheizung installiert, Isolierplatten verlegt, ein Herd, die Fußböden, Fenster und Türen eingebaut. Die Außenwände wurden mit Eternit und Schindeln verkleidet, zwei Blendmauern errichtet und auf einer davon ein Sgrafitto von Malermeister Rudolf Bachmann angebracht.

Im Eröffnungsjahr 1965 vereitelte ein außergewöhnlich schneereicher und langer Winter den frühen Baubeginn. Es wurden aber doch noch die vielen Detailarbeiten der Einrichtung und Fertigstellung des großen Heimes erledigt.

Zu Beginn jedes Baujahrs verlangte die Überholung des durch schwieriges Berggelände führenden Weges von allen viele harte Stunden ab. Insgesamt wurden über 3.000 Stunden an dessen Ausbau und der Instandhaltung gearbeitet. Am Schiheim arbeiteten 320 Personen, davon 100 Mitglieder, insgesamt über 18.000 Stunden. Durchschnittlich waren über die Gesamtbauzeit von vier Jahren ca. 15 Personen an Wochenenden tätig. Organisationsstunden, Sitzungen und Arbeiten die im Tale gemacht werden konnten, wurden in den oben erwähnten Stunden gar nicht berücksichtigt, da hierfür keine Leistungskartei geführt wurde.

Für Strom sorgte am Anfang eine selbstgebaute Windkraftanlage. Zudem war bis 1971/72 ein Dieselaggregat im Einsatz. Strom kam dann mit dem Liftbau 1972. Ein Telefon  erhielten wir mit dem Kanalbau im Zuge der Erstellung des Berghof Laterns („Mangold“).

Finanziert wurde der Hüttenbau durch die Schikurse in Furx, 2 Haussammlungen, dem Toto/Lotto-Geld und einem zusätzlichen Mitgliedsbeitrag in der Höhe von 10,00 öS (=0,73 Euro). Auf Grund des erhöhten Mitgliedsbeitrages kam es zu einigen Mitgliederaustritten. Der Hüttenbau kostete dem Verein nur 386.000,00 öS (=28.051,72 Euro), da der Rest mit wesentlichen Sachspenden abgedeckt werden konnte. Das Schiheim wurde im Jahre 1965 eröffnet und war 1968/69 schuldenfrei.
Spendenaufruf an die Bevölkerung aus dem Jahre 1962

Der Bau des Schiheims Gapfohl konnte trotz des unerhörten Fleißes und der Opferbereitschaft unserer Mitglieder nur zustande kommen, weil die gesamte Bevölkerung Rankweils, die Geschäftswelt von Rankweil und teilweise von Götzis, die Marktgemeinde Rankweil und der Vorarlberger Sportverband mit dem Verband Vorarlberger Schiläufer uns großartige finanzielle Unterstützung gewährten. Unentbehrlich waren auch die vielen Sachspenden und die Arbeitshilfen, die wir von verschiedenen Leuten außerhalb unseres Vereines erhielten.

Am Schiheim ist ein Gedenkstein „Werner Knecht“ angebracht. Werner Knecht, Pepi Gutschner und Hans Buchinger, stellvertretend für die vielen echten Idealisten, welche nicht alle genannt werden können, waren treibende Kräfte beim Hüttenbau. Werner Knecht war Bauleiter und somit Hauptverantwortlicher. Werner Knecht ist leider allzu früh am 13.11.1969 verstorben.

20 Jahre Schiklub Rankweil

Einweihung und Eröffnung des Schiheims Gapfohl am Sonntag, dem 12. September 1965 durch Obmann Walter Rothmund und seinem Ausschuss. Beginn war um 10:30 Uhr mit Festgottesdienst und Ansprache. Die musikalische Umrahmung erfolgte durch den Musikverein Laterns.

Literaturverzeichnis:
Zusammenfassungen aus den Erzählungen von Walter Rothmund, Christoph Berchtold, Walter Rohrer, Erich Knobel, Herbert Knobel, Dietmar Rotheneder, Hermann Rotheneder, Karl Breuß und Albert Dietrich.
Chronikbuch aus dem Jahre 1974/75 bis 1985/86; Festschrift 20 Jahre Schiklub Rankweil, 12. September 1965; Rankweiler Heimatbuch von 1967 von Anna Lindner-Knecht: „Das Gemeinschaftsleben im Spiegel der Vereinigung und Vereine“

Zusammengefasst und geschrieben von Michael Rotheneder, 2009
Aktualisiert: 03.03.2010

Spendenaufruf aus dem Jahr 1962

 

Baubeschreibung
Verbaute Fläche 110 m²
Umbauter Raum 770 m³
Kellergeschoss
Holz- und Heizraum 22 m²
Schiraum 11m²
2 Waschräume 15 m²
Vorratskeller 12 m²
Abort
Erdgeschoss
Stube 28 m²
Küche 23 m²
Vorratsraum 6 m²
Hüttenwartszimmer 9 m²
Garderobe, Abort 14 m²
Dachgeschoss
Schlafraum Burschen  45 m²
Schlafraum Mädchen 15 m²
Schlafraum Männer 8 m²
2 Abstellräume 10 m²

Arbeiten wir weiter an diesem Haus und in diesem Haus für die Gemeinschaft, für die Jugend, in christlicher Gesinnung miteinander und füreinander!

Zitat Festansprache „40 Jahre Skiklub Rankweil“ von Walter Rothmund

Nachstehende Private und Firmen (in alphabetischer Reihenfolge) haben mit hochherzigen Sach- und Geldspenden einen wesentlichen Anteil am Gelingen unseres Schiheims beigetragen (1961-1965):

(Firmen- und Personennamen entsprechen dem Wortlaut aus der Festschrift vom 12. September 1965!)

Abbrederis Franz, Schreinerei
Alcuprum, Galvanik
Alpenland, Spedition
Ammann August, Textilien
Ammann Karl, Elektro
Ammann Jakob Nachf., Eisenhandlung
Ammann Raimund, Buchdruckerei
Ammann Stefan & Sohn, Installationen
Bachmann Rudolf, Malermeister
Banner-Akkumulatoren
Barbisch Josef, Hafnermeister
Beck Alfred, Metzgerei
Böhmer Max, Spenglerei
Branner Alfons, Schreinerei
Branner Jakob Nachf., Frächter
Breuss Karl
Brunner Hubert, Zimmerei
Brunner Walter, Stiegenbau
Bürgergemeinschaft Rankweil
Dobler Siegfried, Installationen
Domig Alois, Schreinerei
Dybal Kosmetik, Bregenz
Dipl.Ing.Arch. N. Ender, Götzis
Entner Helmut, Spenglerei
Dr. Fragner Kurt
Franke Ernst, Gießerei
Frick Gebr., Sägerwerk
Fulterer Albuin, Brauerei
Gasser Hans, Schlosserei
Gasser Ziegelei, Götzis
Gas-Weber, Sulz
Gasthaus Kreuz
Gasthaus Taube
Gehrer Franz
Gehring Ernst, Schindelerzeugung

 

Gehring Ernst, Schindelerzeugung
Geisler Anton, Weberei
Gemeinde Laterns
Grabher Rosa, Wäscheerzeugung
Halbritter Hubert
Hammerer Leo, Raumausstattung
Häusle Benedikt, Schlosserei
J.D. Häusle, Löwendrogerie
Hirschmann-Electric
Holzer Fridolin, Metzgerei
Hotel Freschen
Hoval-Werk für Heizungstechnik
Huber`s Erben, Götzis
Jenny Josef, Sägewerk
Keckeis Kurt, Elektro
Keckeis Roman, Steinbruch
Knünz, Zieglerei, Altach
Kirmair Erwin, Schreinerei
Kleboth Alois, Sägewerk
Koch Hans, Dachdecker
König KG
Krinseisen Alois, Total-Feuerlöscher
Löpfe Hans, Klischeeanstalt, Lustenau
Ludescher Hans, Holzhandlung
Malin & Co, Kleiderfabrik
Marktgemeinde Rankweil
Marte Otto, Metzgerei
Mayer Emil, Holzhandlung
Maier Franz
Nachbaur Emil, Schreinerei
Nachbaur Josef, Baugeschäft
Nägele Baugesellschaft, Sulz
Nesensohn Karl, Laterns
Nesensohn Willi, Bonacker
Nigg, Omnibusunternehmen

Ölz-Mühle
Petzolt & Sohn, Wien 7
Postsportverein, Konstanz
Prantl Hubert, Wäsche
Prenn Josef, Steinhauer
Pümpel & Söhne, Baugeschäft
Raiffeisenkasse Rankweil
Rauch German, Weberei
Rauch Heinrich, Schifabrikation
Rauch Obstverwertung
Rhomberg F.M., Spinnerei
Dr. Rinderer Elmar
Rohrer Johann, Tankstelle
Rohstoffgenossenschaft
Schädler Gebr., Ziegelei
Scheidbach Jakob Nachf., Eierteigwarenfabrik
Ing. Scheyer Guido, Götzis
Schneebeli, Bregenz, Holmenkol-Wachs
Ing. Schwach, Wien
Seewald Franz, Ofenbau, Götzis
Seewald Robert, Götzis
Sohm, Sporthaus, Hohenems
Stadler-Hosenindustrie
Tschanett Albert, Elektro
Toko-Wachse, Bregenz
Verband Vorarlberger Schiläufer
Vorarlberger Sportverbnd
Volksbank Vorarlberg
Volthom, Sulz
Wucher Hans, Baugeschäft
Würbel Ewald, Spenglerei
Zündt Gebr. Sägewerk
die Bevölkerung von Rankweil
alle Gasthäuser von Rankweil
alle Firmen von Rankweil

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Norbert Knobel

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Hermann Rotheneder

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